Antworten zu häufig gestellten Fragen

Hier können Fragen zu SOLIDAGO gestellt werden:faq@solidago-bund.de


Nehmt ihr auch Ausländer auf?

- Ja, selbstverständlich. Bei uns sind Menschen aller Nationalitäten willkommen.

Warum seid ihr günstiger?

- Durch die ehrenamtliche Selbstverwaltung.

- Weil wir geringere Ausgaben haben.

Warum habt ihr geringere Ausgaben?

- Durch die Freiheit der Therapiewahl kann jeder den für ihn am besten geeigneten Heilungsweg wählen. Oftmals werden dann günstige Lösungen gefunden.

- Durch die gemeinsam getragene Verantwortung über die Solidarmittel.

- Durch die Entscheidungsrechte der Mitglieder über die finanziellen Mittel.

- In den monatlichen Gruppentreffen werden Gesundheitsthemen besprochen. Dabei lernen alle.

- Über die Zeit entsteht Vertrauen zwischen den Mitgliedern. In vertrauensvoller Gemeinschaft fühlen sich die Menschen geborgen und aufgehoben. Dieses Gefühl trägt zur Gesundheit der Mitglieder bei.

- Solidago ist selbst verwaltet, d.h. alle Mitglieder müssen irgendwann einmal mitarbeiten und ein Amt oder eine Aufgabe übernehmen. Das spart Verwaltungskosten und stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Die Erfahrung, selbst etwas bewegen zu können stärkt ebenfalls die Gesundheit.

- Ein Teil der Kostenersparnis ist möglicherweise auch ein Selektionseffekt. D.h. viele gesundheitsbewusste Menschen kommen zu Solidago.

Wir wissen noch nicht genau, wie stark die unterschiedlichen Effekte sind und welche anderen Einflussfaktoren es sonst noch gibt. Um das heraus zu finden, unterstützen wir Forschungsprojekte zu freien Solidargemeinschaften für Gesundheit.

Nehmt ihr auch chronisch Kranke Menschen auf?
- Ja.

Wie ist das mit der Anerkennung von Solidago?

Solidago erfüllt die Anforderungen für die Anerkennung als anderweitige Absicherung. Diese sind
1. Gewährung der Leistungen, die der Art nach den Leistungen der GKV entsprechen
2. Faktische Realisierbarkeit des Leistungsanspruchs
3. Dauerhafte Leistungsfähigkeit der Einrichtung
4. Dauerhafte Zugehörigkeit des Mitglieds zu der Einrichtung
5. Kündigungsrecht des Mitglieds, Mindestkündigungsfrist drei Monate.

Wir arbeiten aktiv an der Verbesserung der Rechtssicherheit. Wir tauschen uns aus mit den verschiedenen Akteuren im Gesundheitssystem.

Warum will Solidago keine private Krankenversicherung (PKV) sein?

- Eine solidarische Risiko-Absicherung ist in der PKV kaum möglich. Die Risiken müssen immer äquivalent zum Risiko des Einzelnen berechnet werden. D.h. je kränker, desto teurer. Das widerspricht unserem solidarischen Ansatz.

- Wir sind keine Wirtschaftsunternehmen, die sich am Profit orientieren. Wir wollen das auch nicht werden.

Warum will Solidago keine gesetzliche Versicherung sein(GKV)?

- Weil damit ein für alle verbindlicher Leistungskatalog einher geht. Dadurch ist die Bezahlung selbst gewählter Therapien und Therapeuten oft nicht gewährleistet.

- Mitglieder von Krankenkassen haben keinen Einfluss auf die Gestaltung des Leistungskatalogs.

- Die Entscheidungsräume von GKV-Mitgliedern sind sehr klein im Verhältnis zu Solidago.

Wie ist die Absicherung bei Solidago trotz Versicherungspflicht möglich?

Wenn ein interessierter Mensch dreimal bei einem Gruppentreffen teilgenommen und sich vertraut gemacht hat und von der Gemeinschaft aufgenommen worden ist, erhält er von der Bundesgeschäftsstelle eine Mitgliedsbescheinigung, in der die Rechtsgrundlage der anderweitigen Absicherung (§5 Abs. 1 Nr.13 SGB V und §193 VVG) benannt ist. Es gibt bisher keinen richterlichen Beschluss, der besagt, dass Solidago keine anderweitige Absicherung ist.

Werden denn alle Medikamente erstattet auch die nebenwirkungsarmen, in der GKV nicht erstattungsfähigen?

Ja auch die nebenwirkungsarmen Medikamente, die nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten sind, werden von Solidago erstattet. Arzt und Patient sind frei, das geeignetste für den Patienten auszuwählen. Das Geeignetste ist nicht immer das Teuerste.

Wer entscheidet über die gewährten Leistungen bei Chronikern?

Chroniker bekommen die Leistungen, die sie brauchen. Primär entscheiden die Betroffenen selbst über das, was sie brauchen. Wenn der Solidarfonds der lokalen Gemeinschaft nicht ausreicht, entscheiden die Treuhänder wie (nicht ob!) die Leistung bezahlt wird. D.h. an wen das Hilfegesuch gestellt wird.

Wäre die Gesundheitskarte auch für Flüchtlinge geeignet?

Ja. Das macht Sinn. Hier sollte mit einem Modellprojekt begonnen werden. Dazu sind wir gerne bereit.

Gibt es Interessenskonflikte, z.B. wenn die Mehrheit der Gesunden bei Chronikern sagt: „Das bezahlen wir nicht.“?

Es gab schon mal Debatten und Meinungsverschiedenheiten. Dass Leistungen verweigert wurden, kam so noch nicht vor.

Sind Beamte eine Zielgruppe von Solidago? Ist Solidago attraktiv für Beamte?

Solidago macht keine aktive Mitgliederwerbung. Es gibt aber bereits einige Beamte, die Mitglied bei Solidago sind.

Muss man auch bei einer schweren Krankenhausbehandlung in Vorkasse gehen?

Nein, bei großen Summen müssen und können Mitglieder nicht in Vorleistung gehen. Das Krankenhaus kann in der Geschäftsstelle anrufen und bekommt umgehend die Zusage auf Kostenübernahme. Größere Rechnungsbeträge können nach Rechnungseingang und nach Beschluss des Bundestreuhänderkreises direkt vom Liquiditäts- und Nothilfefonds des Bundesverbandes bezahlt werden. Der Bundestreuhänderbeschluss erfolgt innerhalb von 3 Tagen.

Besteht das Risiko für Mitglieder mit hohen Kosten - beispielsweise im Rahmen einer Krankenhausbehandlung – dass sie ihr verauslagtes Geld nicht wieder bekommen?

Nein, das Risiko, dass Mitglieder auf ihren verauslagten Kosten sitzen bleiben besteht nicht.

Zahlen die Arbeitsämter bei Arbeitslosigkeit Beiträge an SOLIDAGO?

Ja, meistens zahlen die Jobcenter 150€ pro Mitglied an SOLIDAGO.

Wo endet die Freiheit? Bei den 60 %?

Die Freiheit endet bei gesundheitsfernen Leistungen. Z.B. können die Treuhänder keine Zahlungen für die Anmietung einer gesunden Wohnung bewilligen oder für Schönheitsoperationen.

Was ist, wenn ich eine experimentelle Therapie machen will? Bekomme ich die auch erstattet?

Bei guter Begründung – Ja.

Gibt es diese Gruppen überall in Deutschland?

Solidago gibt es in den meisten Bundesländern. Eine Übersichtskarte befindet sich auf der Website.

Wie können z.B. Menschen Mitglieder werden?
Wie kann eine Zusammenarbeit mit der AOK aussehen?


Solidago ist anschlussfähig an das bestehende Gesundheitssystem. Eine Kooperation mit einer AOK könnte beispielsweise so aussehen, dass die AOK die Beitragserhebung für pflichtversicherte Solidago-Mitglieder übernimmt, die Gelder dann an die lokalen Solidago-Gemeinschaften weiterleitet und diese die Ausgaben-Seite übernehmen.

Haben die Mitglieder eine Freie Arztwahl oder müssen sie Ärzte, die zugleich Solidago-Mitglied sind bevorzugt konsultieren?

Die Mitglieder haben immer die freie Arztwahl. Therapeuten aus den eigenen Reihen stehen beratend zur Verfügung. Es besteht aber keinerlei Verpflichtung, diese im Ernstfall zu kontaktieren.

Wie wird die Schweigepflicht gewährleistet?

Prinzipiell gilt die Schweigepflicht bis diese vom Mitglied aufgehoben wird. Den Umfang bestimmt das Mitglied selbst. Selbstgewählte Paten helfen, die Schweigepflicht zu gewährleisten. Diese werden von den Betroffenen kontaktiert und ins Vertrauen gezogen und vertreten das nicht weiter ausgeführte Anliegen der Betroffenen. Diese Möglichkeit wird in der Praxis aber nur selten in Anspruch genommen, weil die meisten Mitglieder es als hilfreich und wohltuend erleben, über eine Krankheit offen sprechen zu können. Das ist oft schon die halbe Gesundung.

Gibt es einen Insolvenzschutz?

Wir sichern einander die dauerhafte Leistungsfähigkeit zu. Um diese zu gewährleisten, rechnen wir nach den Methoden der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, ziehen Aktuare zu Rate und beobachten unsere eigenen Zahlen. Mit weiteren Instrumente, wie Nachschusspflichten und Solidaritätsverbünde mit anderen Solidargemeinschaften minimieren wir die Gefahr einer Insolvenz.

Wird über den Einsatz von Schulmedizin diskutiert wenn ich so etwas in Anspruch nehmen will?

Schulmedizinische Leistungen können selbstverständlich in Anspruch genommen werden. Auch wenn Mitglieder sich gegen bestimmte schulmedizinische Leistungen aussprechen, entscheiden letztlich die betroffenen Mitglieder, welche schulmedizinischen oder komplementärmedizinischen Leistungen sie verwenden wollen.

Werden z.B. auch hormonelle Verhütungsmittel bezahlt?

Ja, das ist möglich.

Wie soll ich mitentscheiden, wenn es in meiner Gruppe mehrere Fälle gleichzeitig gibt, von denen ich nichts verstehe? Da fühle ich mich überfordert, weil ich verkehrte Ratschläge geben könnte.

Mitglieder, die sich medizinisch nicht kompetent fühlen brauchen sich nicht zu äußern. In erster Linie lassen sich die Betroffenen ja von ihren Ärzten, Apothekern und anderen Therapeut*innen beraten.

Habt ihr Erfahrung mit Mitgliedern, die unter Betreuung stehen?

Z.Zt. gibt es bei Solidago keine Mitglieder, die unter Betreuung stehen. Eine unserer Kassenwartinnen ist aber selbst Betreuerin.

Das ist doch sehr zeitaufwändig. Ist Solidago vielleicht ein Nischenthema für Menschen, die mehr Zeit haben?

Zeit ist schon notwendig, damit persönliche Beziehungen entstehen in den lokalen Gemeinschaften. Für Menschen, die diese Zeit gar nicht aufbringen können, ist Solidago in der Tat nicht geeignet. Es gibt aber auch die Möglichkeit, eine Gemeinschaft zu gründen, die sich z.B. am Wochenende trifft.



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