Ämterwechsel als Ermutigung

Wir von der Gemeinschaft Illertal wollten ein lebendiges und machbares Miteinander. Darum haben wir mit der Prämisse begonnen, dass jeder Amtsträger immer nach einer Amtszeit wechseln muss. In vielen Vereinen findet dieser Wechsel nicht statt, was in der Folge schwerwiegend ist. Oft finden sich keine Nachfolger mehr, Kompetenz, Anerkennung und Verständnis untereinander spitzt sich auf wenige Macher zu. Jedoch ist genau dieser Umstand eine Krankheit unserer Gesellschaft: wir geben Verantwortung ab und sind froh darüber, dass wir mit der Verantwortung nichts zu tun haben. Doch weit gefehlt, denn je mehr wir Verantwortung abgeben, desto mehr werden wir bestimmt, verwaltet und entfremdet von unseren Anliegen, unserem Schöpferpotenzial und unserer Wahrnehmung für unsere Bedürfnisse. Ein Umstand, der insbesondere im Gesundheitswesen unserer Gesellschaft stark zu beobachten ist. Wir werden zunehmend immer mehr fremdverwaltet, immer weniger findet das statt, was uns wichtig ist. Gerade deshalb ist es so dringlich, dass sich jeder in unserer Gemeinschaft einbringt, jeder weiß, was mit den Aufgaben zusammen hängt und sich in seiner ureigenen Form für die Gemeinschaft einbringt. Eines ist sicher, jeder kann mit gestalten und erledigen, was an Aufgaben in der Solidargemeinschaft anfällt. Jeder kann erfahren und anerkennen, was da geleistet wird. Die Vielfalt schafft ein breites Spektrum an Möglichkeiten und insbesondere durch den sicheren Wechsel der Ämter, kann jeder sagen: „Ich übernehme ein Amt, das schaffe ich auf jeden Fall für eine Amtszeit, denn ich kann mich darauf verlassen, dass eine Übergabe stattfindet. So wie ich den Stab übernehme, wird es am Ende meiner Amtszeit ein anderer tun”. Das hält eine Gemeinschaft lebendig und schafft ein leichtes Miteinander!

Johannes S., Gemeinschaft Illertal

1 Kommentar
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Tamara du Hamél
Gemeinschaft Hannover
2 Monate zuvor

Eine richtig gute Ide finde ich.