Wie gehen wir mit Konflikten innerhalb von SOLIDAGO um? Wie bereichern uns Konflikte?

Zu diesem Thema lud der Vorstand den Unterstützerkreis zu einem Traumkreis aus dem sog. „Dragon Dreaming“ ein. Wer sich seine eigene Geschichte, sowie die der Menschheit genau betrachtet, wird feststellen, dass das Erreichen eines Zieles oder eines Erfolges stets ein klares Bild davon voraussetzt. Je klarer und lang anhaltender das Bild, je deutlicher die Gefühle dabei und desto (selbst-)sicherer können die nächsten Schritte in Richtung Verwirklichung des Zieles gesetzt werden. Wenn dies bereits für einen einzelnen Menschen funktioniert, so ist es umso kraftvoller, wenn eine ganze Gruppe von Menschen die gleiche klare Vision hat.

Im Traumkreis unterstützen sich die Menschen zudem noch bei der Visionsfindung, indem sie sich gegenseitig inspirieren und mit Enthusiasmus anstecken. Die Träume werden in Redestab-Runden kurz und positiv formuliert und scheinbare Widersprüche bei verschiedenen Rednern stehen gelassen. Die Teilnehmenden sprechen dabei aus der Zukunft, um ihren Träumen noch mehr Kraft zu verleihen. Daher lautete in unserem Fall die Frage:

Wie ist dein Traum für den Februar 2025?

Ute träumt davon, wie Humor und Freude kam, von vielen lachenden Menschen, von einer entspannten Atmosphäre und wie der Humor zur Entlastung beigetragen hat. Statt Streit gibt es nun liebevolle, tiefgreifende Räume und viele Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind aktiv an der Lösungsfindung beteiligt. Die Menschen sind offen für Konflikte und es herrscht ein spielerischer Umgang mit diesem Thema. Tragik verwandelt sich in Leichtigkeit und das Wohlwollen aller (passiven) Mitglieder unterstützt energetisch, wodurch die Offenheit der Konflikte die Schwere nimmt.

Peter ist froh, dass im Laufe vieler Treffen ein Verständnis dafür entstanden ist, dass sich alle Menschen dort mit einer positiven Absicht treffen. Alle starken Wiederstände sind fast aufgelöst und es haben sich Menschen gefunden, die „flüssig genug“ sind und sich dazu berufen fühlen, Prozesse fließend zu machen. Damit entsteht Freude am gemeinsamen Gestalten. Er hat erfahren dürfen, dass sich Menschen, die daran beteiligt sind, wieder wohlwollend begegnen und sich das Thema Konflikte relativiert hat. Viele haben gelernt, einen Konflikt als eine persönliche Sache zu betrachten und es findet keine Lagerbildung mehr statt. Der Bundesvorstand ist aus der Rolle herausgetreten, Konflikte zu begleiten, wodurch der Fokus nun auf der Eigenverantwortung und Lösungsfindung der Beteiligten selbst liegt. Er freut sich über diese Reifung und das „Erwachsenwerden“.

Volkmar träumt, dass sich bei der Mitgliederversammlung neue Konfliktbegleiter gefunden und sich ganz verschiedenartige Konflikte und Ebenen gezeigt haben, die jeweils unterschiedliche Menschen zur Unterstützung brauchen. Obwohl es auch in den Gemeinschaften jetzt viele Konfliktbegleiter gibt, hat es deren Einsatz nur noch sehr selten gebraucht, weil die Konfliktenergien direkt von der Gruppe aufgefangen wurden und die Nachbargemeinschaften bei Bedarf unterstützt haben.

Für Tamara fand durch die Konfliktbegleitung ein besseres Kennenlernen statt, das Netzwerk wurde gestärkt und wir sind enger zusammen gewachsen. Lokale Konflikte in der Region zeigen uns, welche Potentiale wir in den Gruppen haben und tragen dazu bei, unsere Wissensdatenbank in den verschiedenen Themenbereichen zu erweitern.

2025 hat Wolfgang den Eindruck, dass das Vertrauen untereinander wächst und sich die Strukturen auf regionaler sowie auf Bundesebene festigen. Die Leute zeigen sich und machen mehr mit, indem sie selbst Initiative ergreifen, statt nur auf den Vorstand zu schauen. Auch auf den Treffen der Regionen sieht er das gewachsene Vertrauen und nimmt mehr Ruhe war. Verschiedene Standpunkte können nebeneinander stehen bleiben, anstatt als Konflikt betrachtet zu werden.

Dirk guckt begeistert zurück und freut sich, dass sich das wohlwollende Verhalten der Bundesorgane auf ganz SOLIDAGO ausgewirkt hat, Menschen viel früher Konflikte erkennen und sie somit geheilt werden, bevor sie groß werden. Die Menschen staunen, wie gut das auf einmal funktioniert und über ein echtes Konfliktbegleitungsteam, das miteinander arbeitet. Es gibt fast gar keine Probleme mehr und das System in SOLIDAGO ist viel liberaler geworden.

Ralf sieht zwei Konfliktbegleiter. Der eine kann gut formulieren und der andere ist sehr charismatisch, womit er gut zur Lösung beiträgt.

Sabine träumt davon, dass sich Menschen angenähert, sich mit ausgestreckten Händen eingeladen, diskutiert und dabei einander zugehört haben. Dadurch entstand Frieden und die Menschen erkennen sich selbst. Lösungen ergaben sich im Miteinander, bei den Gesprächen wurden Lösungswege erschaffen und neue Möglichkeiten gefunden. Engstirnige Menschen ließen sich überzeugen und Menschen, die zunächst nicht mit Veränderungen klar kamen, konnten wir dort abholen, wo sie standen.

Daniel sieht, dass viele neue Möglichkeiten aufgetaucht sind, wie wir mit Konflikten umgehen können. Es wurde erkannt , dass es viel einfacher ist, im Falle eines Problems aufeinander zuzugehen, um das Problem zu klären und dadurch einen Konflikt zu vermeiden.

Martin ist glücklich, dass es kaum noch Konflikte gibt, weil die beteiligten Menschen stets den Fehler bei sich selbst suchen, statt bei anderen. Er hat für sich erkannt, dass der erste Schritt in diese Richtung ist, seinen Perfektionismus aufzugeben, indem er Gottvertrauen gewinnt und dadurch sein Charisma sich von ganz allein entwickelt und auf andere abfärbt.

Werner merkt, dass wir mit Konflikten umgehen können und sie uns bereichern, da es um verschiedene Meinungen und Wertvorstellungen ging. Die Konfliktbegleiter haben es geschafft, dass diese Unterschiede sichtbar wurden. Wir merken, dass Konflikte zum Leben gehören und zu SOLIDAGO. Nicht immer können wir sie auflösen, aber uns gibt es weiterhin und wir arbeiten trotzdem zusammen. Die Vernetzung ist gewachsen und innerhalb der Regionen wurde mehr Wert auf Austausch durch direkte Gespräche und Besuche untereinander gelegt, die als wertvoll erachtet wurden.

Auf der letzten Bundesmitgliederversammlung wurde der Antrag gestellt, dass jede Gemeinschaft einen Konfliktbegleiter wählt. Das findet Manuel eine tolle Idee und ist begeistert, dass dies auch umgesetzt wurde und er gleich zu einem Konfliktgespräch eingeladen wurde. Zuzuhören und die Menschen auf einer tiefen Ebene zu verstehen, war schon mit das Wichtigste – da fiel die Schwere ab und das „Problem“ löste sich. Er träumt von einem Paradigmenwechsel: „Probleme“ oder Konflikte werden als Geschenk und Indikator für wichtige Gemeinschaftsthemen gesehen.

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