SOLIDAGO

Menü
Werte
Leistungen
Gemeinschaft

Entscheidungsfreiheit

Freiheit bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.

—Nelson Mandela

SOLIDAGO-Mitglieder können ihre Therapeut.innen und Therapien frei wählen. Sie sind nicht an Leistungskataloge gebunden, die von Dritten festgelegt und geändert werden. Der Arzt-Patienten-Dialog ist frei von Restriktonen, die sinnvolle Therapien einschränken. Jeder Mensch ist einzigartig. Deshalb sind individuelle Heilungswege meist auch effiziente Heilungswege.

SOLIDAGO-Gemeinschaften üben ihre Entscheidungsrechte gemeinsam aus. Die Mitglieder in den lokalen Gemeinschaften verantworten den Umgang mit ihren finanziellen Mitteln. Entscheidungsfreiheit und Verantwortung gehören untrennbar zusammen.

Der SOLIDAGO-Vorstand tritt ein für die Weiterentwicklung der Freien Solidargemeinschaften. Die Entscheidungsfreiheiten der Mitglieder sind ein hohes Gut. Daraus entstehen innovative Impulse für das Gesundheitssystem. Diese sind wertvoll für die Menschen in unserer Gesellschaft.

Weltoffene Gemeinschaft

Als freie Bürger.innen unterstützen wir eine weltoffene, demokratische Gesellschaft, die allen Menschen gute Lebensperspektiven eröffnet. Wir sind deshalb darauf bedacht, dass unsere Mitglieder sich bei uns wohlfühlen. Unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Kultur, ihrer religiösen oder politischen Anschauungen, ihrem Geschlecht sind bei uns alle Menschen willkommen, die sich konstruktiv einbringen wollen.

Wir wissen, dass das Wohlergehen aller auch von einem gesunden Gemeinwesen abhängt und deshalb tragen wir je nach unseren Fähigkeiten zur Erhaltung des demokratischen Gemeinwesens bei, sowohl im Kleinen innerhalb von Solidago als auch im Großen als Verein in der weiteren Gesellschaft.

Lernende Gemeinschaft

Wir treffen uns monatlich zum Austausch in unseren kleinen lokalen Gemeinschaften mit 5 bis 50 Mitgliedern. In offenem und ehrlichem Miteinander sprechen wir über die Themen unserer Gesundheit und die Dinge, die uns bewegen.

In der Gemeinschaft lernen wir uns gegenseitig kennen und verstehen meist früh, wann ein Mitglied Hilfe benötigt. Es geht dabei beispielsweise um frühzeitiges Fördern und rechtzeitiges Stabilisieren von Gesundheit sowie um Prävention. Wir lernen miteinander, indem wir uns bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit umeinander kümmern.

Wir bemühen uns, durch achtsamen Umgang miteinander aus Konflikten zu lernen. Dabei beschäftigen wir uns möglichst mit der ganzen Bandbreite von Konfliktpotenzialen. Bei Konflikten, die nicht in der Gemeinschaft gelöst werden können, stehen uns Mediator.innen zur Seite.

Auf der individuellen Ebene streben die Mitglieder an, eine eigene Mündigkeit hinsichtlich ihrer Gesundheit zu entwickeln. Lebensweise und Geisteshaltung haben daran wesentlichen Anteil. 

In diesen Lernprozessen holen wir Rat von Expert.innen innerhalb und außerhalb von SOLIDAGO ein, aus dem Gesundheitswesen und der Forschung. Im Forum für Gesundheit berichten Therapeut.innen über ihre Arbeit und tauschen sich aus. Diese Foren für Gesundheit sind auch Teil der Bundesmitgliederversammlungen.

Heilsame Gemeinschaft

Wir verstehen uns als heilsame Gemeinschaften, in denen wir miteinander Gesundheit erhalten, wieder herstellen und fördern. In den monatlichen Treffen sprechen wir meist sehr offen über Krankheit und Gesundheit, über Leben und Tod. Dadurch entsteht Vertrauen zueinander.

Wir sehen uns im Sinne eines lernenden Organismus. Die lokale Gemeinschaft wird zum Übungsfeld für ein neues soziales und gesellschaftliches Miteinander. Zugrunde liegt ein Menschenbild, in dem Individuum und Gemeinschaft in lebendiger Wechselwirkung stehen.

Salutogenese

Aaron Antonovsky ist ein Sozialwissenschaftler, der das Konzept der Salutogenese begründete. Er untersuchte, wie es Frauen in Israel in der Menopause gesundheitlich geht und fasste seine Beobachtungen zusammen. In seinem Fragebogen nahm er auch die Frage auf, ob diese Frauen im Konzentrationslager gewesen seien. Was ihn erstaunte, war, dass ca. ein Drittel dieser Frauen gesundheitlich gut mit der Menopause zurechtkam, trotz ihrer Erfahrungen im Konzentrationslager, mit der Umsiedlung in ein neues Land, einer neuen Sprache und einer neuen Arbeit. Aus dem Versuch heraus diese Beobachtung zu erklären entstand das Konzept der Salutogenese.

Kohärenzsinn

Seine wichtigsten Annahmen können als Kohärenzsinn (SOC: Sence of Coherence) zusammengefasst werden. Die untersuchten Frauen wiesen folgende Eigenschaften auf:

  1. Sie fühlten sich nicht nur als passive Opfer von unerklärlichen gesellschaftlichen Ereignissen, sondern konnten das, was mit Ihnen passierte auf irgendeine Art einordnen. → Verstehbarkeit
  2. Sie hatten die Erfahrung gemacht, dass wenn sie sich für etwas einsetzen, sie ihre Situation wenn auch nur minimal beeinflussen können. → Handhabbarkeit
  3. Sie konnten einen Sinn für ihr Leben und Weiterleben finden, z.B. für andere Menschen da zu sein, für Kinder, für eine bessere Welt usw. → Bedeutsamkeit

Antonovskys Gesundheitsvorstellung konkretisierte sich und er fasste die drei o.g. Eigenschaften zum Kohärenzsinn (SOC) zusammen als etwas, das unsere Widerstandskraft gegen Belastungen stärkt: Resilienz.

Modelle von Krankheit und Gesundheit

Dr. Alexa Franke, die Aaron Antonovskys Buch „Unraverling the Mystery of Health –How Poeple Manage Stress and Stay well“ ins Deutsche übersetzt hat, bearbeitete dieses Konzept weiter und kam zu der Entdeckungen, die sie in „Modelle von Krankheit und Gesundheit“ vorstellte. Das alte traditionelle Gesundheitsmodell ist eine Ja-Nein Entscheidung und orientiert sich an der Frage, ob ein Mensch arbeitsfähig ist oder nicht. Hier ist man nur krank oder nur gesund.
Antonovsky nahm den Fluss als Bild für Gesundheit. Im alten Modell sind wir gesund und schreiten neben dem Fluss her. Ab und zu fallen wir in den Fluss und müssen von Spezialist.innen daraus gerettet werden. Für Antonovsky schwimmen wir immer im Fluss. Mal sind wir entspannt und fühlen uns wohl, mal schwimmen wir angestrengt in Stromschnellen. Wenn wir zu erschöpft sind, brauchen wir Hilfe von Spezialist.innen. Wir hören aber nie auf zu schwimmen. Antonovskys Gesundheitsvorstellung beinhaltet auch den Tod. Selbst wenn wir sterben sind wir immer noch etwas gesund. Wir bewegen uns auf einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit.

Der Dialog zwischen Ärztin/Arzt und Patient.in

Dr. Alexa Franke erweiterte Antonovskys Vorstellung von Gesundheit als Kontinuum, in dem sie ein zweidimensionales Feld öffnete. Es gibt nicht mehr allein den Befund: Wir entsprechen - oder auch nicht - den für Gesundheit definierten Normwerten. Sie bringt das individuelle Befinden als zweite Dimension ein. Franke schlägt damit eine Brücke zwischen einer allein am Körper orientierten Medizin, die Gefühle und das Befinden ausblendet und einer körperlosen Seelenkunde. Damit rückt der Dialog zwischen Arzt/Ärztin und Patient.in stärker in den Fokus der Therapie.

SOLIDAGO Bundesverband
Solidargemeinschaft für Gesundheit e.V.
  06782 3953 oder
  0212 5947072
  info@solidago-bund.de
© 2020 • SOLIDAGO Bundesverband Solidargemeinschaft für Gesundheit e.V.